das institut für wohnbau freut sich, für das wintersemester 2026 die gastprofessur von STUDIO MAGIC begrüßen zu dürfen.
im rahmen der gastprofessur werden thomas kalcher, thomas kain, judith urschler, davide barbieri, max kieninger und peter kanzler lehrveranstaltungen und vorträge anbieten und dabei aktuelle perspektiven aus forschung und praxis in die lehre einbringen.
„… arbeitet dort, wo Wohnen verhandelt wird, zwischen Bestand und Zukunft, zwischen Individuum und Gemeinschaft, zwischen Entwurf und Realität. Ihre Projekte beginnen selten mit einem leeren Blatt, sondern fast immer mit etwas, das schon da ist: ein Gebäude, ein Ort, eine soziale Situation. Sie lesen diese Zustände präzise, fast schon forensisch, und entwickeln daraus Architekturen, die nicht ersetzen, sondern weiterschreiben.
Sie bewegen sich selbstverständlich zwischen Maßstäben: zwischen Ortsentwicklung und Detailknoten. Sie denken in Systemen statt in Grundrissen, in Übergängen statt in Grenzen, Räume, die sich aneignen lassen, die sich verändern dürfen, die zwischen Rückzug und Kollektiv vermitteln. Klassische Programme interessieren sie nur insofern, als dass man sie hinterfragen kann. Was sie wirklich antreibt, ist die Frage, wie Architektur gerechter, offener und gleichzeitig räumlich präziser organisiert werden kann.
Ihre Arbeit hat zwei Geschwindigkeiten: eine analytische, fast ruhige Ebene, Lehre, Forschung, Kontextarbeit, und eine sehr direkte, physische Praxis. Sie bauen selbst, testen, zerlegen, setzen wieder zusammen. Temporäre Strukturen, 1:1 Interventionen, Selbstbauprozesse, nicht als pädagogische Geste, sondern als ernsthafte Entwurfswerkzeuge. In diesen Momenten entsteht Architektur im Gespräch, im Tun, im Aushandeln. Nutzer*innen sind nicht Zielgruppe, sondern Teil des Prozesses.
Gleichzeitig sind sie strategisch: „Phase Null“ ist für sie kein Buzzword, sondern ein Werkzeug, um Projekte überhaupt erst möglich zu machen. Sie initiieren Prozesse, bringen Akteur*innen zusammen, setzen klare räumliche Rahmen, in denen sich Entwicklung entfalten kann. Zwischennutzung ist dabei kein Provisorium, sondern ein präzises Mittel, um Zukunft im Jetzt zu testen.
Konstruktiv denken sie Architektur von innen heraus. Holzbau, reversible Verbindungen, kreislauffähige Materialien – nicht als Ideologie, sondern als logische Konsequenz. Details sind bei ihnen nie nur technisch, sondern immer auch kulturell. Gleichzeitig kommt eine zweite Ebene dazu: Forschung, Automatisierung, Zusammenarbeit mit Industrie. Sie entwickeln Systeme, die skalierbar sind, ohne ihren räumlichen und sozialen Anspruch zu verlieren.
In ihrer Arbeit überlagern sich viele Felder: Lehre und Praxis, Aktivismus und Konstruktion, Strategie und Handwerk. Sie unterrichten, diskutieren, organisieren, bauen, forschen – und halten diese Spannungen bewusst offen. Themen wie Gender, Inklusion und Zugänglichkeit sind dabei integraler Teil ihrer räumlichen Logik.
Was Studio Magic ausmacht, ist genau diese Gleichzeitigkeit: Sie können entwerfen, argumentieren, vermitteln und bauen – und wissen, wann was gefragt ist.
Am Ende entsteht eine Architektur, die nicht laut sein muss, um klar zu sein. Eine Architektur, die sich aus dem Kontext entwickelt, aber präzise eigene Haltungen formuliert. Und ein Zugang zum Wohnen, der zeigt, dass gute Räume nicht nur gut funktionieren, sondern Beziehungen ermöglichen – zwischen Menschen, Materialien und der Umwelt, in der sie leben.“
mehr infos unter:
mail: office@studiomagic.org
instagram: @themagicstudiomagic
