Während „Sozialraum“ umgangssprachlich die berüchtigte Besenkammer für Angestellte beschreibt, bedeuten in der Soziologie Sozial(e )Räume immaterielle dynamische und temporäre Strukturen, die durch soziale Beziehungen und Interaktionen geprägt werden. Sie beeinflussen den gebauten Raum und werden von ihm beeinflusst – der Zusammenhang ist jedoch nicht eindeutig oder gar als Spiegelbild ablesbar. Analog zu physischen Räumen werden Sozialräume oft ohne unreflektiert als selbstverständlich akzeptiert, manchmal überhaupt nicht als vom Menschen geformt wahrgenommen: „Was ist Wasser“, fragte der Fisch. Mittels wissenschaftlicher Theorie und Experimenten aus dem methodischen Fundus der Architektursoziologie können wir diese Verflechtung zwischen Raum und Gesellschaft aber ein Stück weit sichtbar machen, um sie zukünftig auch in beide Richtungen – architektonisch und sozial – bewusst zu gestalten.